| Galerie Kai Hoelzner | |||
Andrea Winkler Wir schaffen es von hier nicht mehr an die Erdoberfläche
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Invitation Card "Wir schaffen es von hier nicht mehr an die Erdoberfläche" Galerie Kai Hoelzner, 29. März - 10. Mai 2008
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Wir schaffen es von hier nicht mehr an die Erdoberfläche, Galerie Kai Hoelzner, 2008 (installation view)
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Wir schaffen es von hier nicht mehr an die Erdoberfläche, Galerie Kai Hoelzner, 2008, Detail
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Wir schaffen es von hier nicht mehr an die Erdoberfläche, Galerie Kai Hoelzner, 2008, Detail
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Wir schaffen es von hier nicht mehr an die Erdoberfläche, Galerie Kai Hoelzner, 2008, Detail
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Wir schaffen es von hier nicht mehr an die Erdoberfläche, Galerie Kai Hoelzner, 2008, Detail |
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Andrea Winkler Nun ist die Verwendung armer Materialien in der Kunst, insbesondere, wenn es sich um Glam-Materialien wie metallbedampfte Plastikfolie, Strass oder goldfarbene Dekofix-Folie handelt, nicht weiter erwähnenswert. Schließlich sind derzeit mehr als acht Prozent der Bundesbürger arbeitslos, und beinahe jeder vierte Beschäftigte in Deutschland arbeitet nach Angaben des Europäischen Gewerkschaftsbundes im Niedriglohnsektor zu Verdiensten zwischen 4,86 Euro und 6,86 Euro pro Stunde. Interessant wird die Konjunktur von Trash und Arte Povera jedoch dadurch, dass die überwiegende Mehrheit der Künstler ökonomisch gesehen zwar selbst arm ist, dem Thema Armut aber ausweicht, oder, wo dies nicht mehr möglich ist, ihm mit Ironie begegnet. So ist das Verständnis für Broken Glam im Kunstbetrieb zwischenzeitlich zum Shibboleth geworden - es entscheidet in Milieus, die im Grill Royal, im White Trash oder vielleicht auch im Monarch verkehren, über Dazugehörigkeit und Ausschluss und ist insofern vollkommen asozial. Wer in so genannten schlechten Verhältnissen lebt, lacht im White Trash auf eigene Kosten. Die Ironie des Namens wirkt demütigender als das Tragen von Billigjeans oder die asozialen Wohnverhältnisse der Eltern. In ihrer aktuellen Ausstellung in der Galerie Kai Hoelzner zeigt Andrea Winkler eine Auswahl von Luftballons und Bildern, die sie von diesen Luftballons fotografiert hat. Als minimalstes Attribut einer Party und einfachste Form des Geschenks symbolisieren sie einen einzigartigen Moment der Freude, dem sich ein stetiger Zerfallsprozess anschließt. Aufgeladen mit ganzen Bündeln von Deutungsmöglichkeiten verlieren ihre Ballons auch ohne Armut oder Krankheit innerhalb weniger Tage ihre prall aufgeblasene Babyform und sinken wie ein kranker Leib in sich zusammen. Durch die häufige Verwendung metallbedampfter Folien, die seit Felix Gonzalez Torres stets einen eindeutigen Bezug auf das Sterben haben, schließt sich Andrea Winkler an die pessimistische Sicht queerer Ästhetik an. Indem aus ihren Arbeiten nach wenigen Wochen bereits sprichwörtlich "die Luft raus ist", sind ihre Werke kaum in der Lage, Werte oder Beständigkeiten zu generieren. Mehr noch: Die Vorstellung, einen eingefallenen, schrumpeligen Ballon aufzuknoten und zum Wieder-Aufpusten in den Mund zu nehmen, macht jeden Versuch obsolet, der Arbeit neues Leben einzuhauchen. Wie ihre eigenen Geburtstage sind auch die Installationen und Objekte Andrea Winklers vergänglich und zumeist nicht re-inszenierbar. Sie leben, wie das jährliche Jubiläum, allenfalls in Fotografien fort, hinter denen das Ereignis verschwindet und nach und nach ersetzt wird durch die Trauer um Personen, Dinge und Zustände, die längst verloren sind.
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* 1975 born in Zurich, CH. education solo group publications |
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